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Schwindel und Gleichgewichtsstörungen

Eine Einführung
Von Prof. Dr. Zenner, Tübingen

Es gibt viele Krankheiten, die Schwindel verursachen. Die Häufigkeit von Schwindel ist so hoch, dass er auf der jährlichen Hitliste von Beschwerden beim niedergelassenen All¬gemeinmediziner nahezu immer unter den Top 10 zu finden ist. Entsprechend häufig sind die Krankheiten.

Ein wichtiges Beispiel ist die Degeneration der Gleichgewichtssinneszellen im Innenohr. Fachleute sprechen von „Haarzellen“. So eine typische Degeneration der Haarzellen im Innenohr tritt vor allem beim Altersschwindel auf, der relativ häufig ist. Aber die Degeneration kann auch schon viel früher auftreten.

Der Arzt spricht dann von einer „peripheren Vestibulopathie“. Es gibt Untersuchungen z.B. mit warmem und mit kaltem Wasser, mit denen man das Gleichgewichtssystem untersuchen kann. Man spricht von einer kalorischen Prüfung oder einem kalorischen Test. Bei diesem kalorischen Test kann sich herausstellen, dass das Gleichgewichtsorgan im Innenohr oder in beiden Innenohren untererregbar ist. Auf diese Weise kann man einen deutlichen Hin¬weis auf eine Degeneration bekommen. Die Folge ist, dass von beiden Ohren oder auch nur von einem Ohr andere Signale zum Gehirn gehen, als sie ursprünglich in der Kind¬heit erlernt worden waren. Und wenn diese Signale nicht neu vom Gehirn gelernt werden, dann entsteht Schwindel. Sie erkennen auch, dass die periphere Vestibulopathie eine typische Indikation für Vertidisan® ist, denn durch entsprechende spezifische Schwindelübungen kann das Gehirn lernen, diese Degeneration der Haarzellen ein Stück weit auszugleichen, so dass man zumindest im täglichen Leben wieder mit dem Gleichgewicht zurechtkommt. Niemand wird fordern, dass Sie anschließend auf einer fünf Meter hohen Leiter einen Einbeinstand machen, welches ein Gesunder – wie Sie wissen – machen kann. Sondern es geht um das alltägliche Leben.
Machen wir weiter mit einer weiteren Erkrankung, einer Entzündung des Gleichge-wichtsnerven. Man spricht von einer Neuronitis Vestibularis. Ganz plötzlich über-kommt den Patienten schwerster Dauerschwindel. Dieser Dauerschwindel hört über¬haupt nicht auf. In vielen Fällen müssen die Patienten stationär aufgenommen werden und man geht davon aus, dass dies eine Entzündung des Gleichgewichtsnerven ist. Er¬freulicherweise kann man hier durch Übungen relativ schnell helfen. In vielen Fällen ist innerhalb von wenigen Wochen das Gleichgewichtssystem zumindest soweit wieder hergestellt, dass man im täglichen Leben wieder aufrecht gehen kann und gut durch die Welt kommt.

Eine weitere Ursache – sie betrifft erneut den Gleichgewichtsnerven – ist ein gutartiger Knoten im Gleichgewichtsnerven. Man spricht vom sogenannten Akustikusneurinom, weil dieser Knoten nicht unbedingt nur den Gleichgewichtsnerven umfasst, sondern auch den mit dem Gleichgewichtsnerven parallel verlaufenden Hörnerven. Auf diese Weise kann auch eine Hörschädigung auftreten. Deshalb die Bezeichnung Akustikus¬neurinom. Es ist kein Krebs. Allerdings sitzt dieser Knoten an einer ganz unglücklichen Stelle, nämlich an der Stelle, an der der Nerv durch den Knochen der Schädelbasis in Richtung Gehirn zieht. Das Innenohr liegt in der Schädelbasis sehr gut eingebettet und es ist ein sehr kräftiger Knochen. Wenn dieser Knoten entsteht, dann kann dieser Kno¬ten sich kaum weiter ausdehnen und drückt dann in seiner Mitte den Gleichgewichts¬nerven zusammen. Auf diese Weise kann Schwindel entstehen. Als Therapie ist es nicht selten, dass man eine Operation durchführt.

Es gibt auch Erkrankungen des Mittelohres, und zwar entzündliche Erkrankungen des Mittelohres, bei denen Knochenzerstörungen oder Giftstoffe entstehen. Die Giftstoffe können in das Innenohr eindringen und im Innenohr sowohl das Hörsystem, also die Hörschnecke, wie auch das Gleichgewichtssystem, also das Labyrinth, erfassen. Sie können dort die Sinneszellen schädigen mit der Folge, dass jetzt das Gleichgewichts¬system im Innenohr nicht mehr richtig funktioniert. Erneut haben wir die bekannte Si¬tuation, dass die Informationen aus dem Ohr, die ins Gehirn strömen, nicht mehr die ursprünglich Erlernten sind. Dies führt zur Verwirrung im Gehirn. Sie wissen mittler¬weile, was das bedeutet, und Sie ahnen, dass man auch dieses durch die Lernfähigkeit des Gehirns ausgleichen kann und lernen heißt üben, üben, üben. Also die Übungen, die Vertidisan® Ihnen anbietet, würden Ihnen auch in dieser Situation helfen.

Dann vielleicht auch eine ganz besondere Erkrankung. Sie erinnern sich, dass ich über die Gleichgewichtssteinchen, die sogenannten Otolithen, gesprochen habe. Auch hier kann es zu einer Erkrankung kommen, denn diese Otolithen verkalken im Laufe des Lebens und da kann es passieren, dass diese Verkalkung auf dem einen Ohr eine etwas Ausgeprägtere ist, als in dem anderen Ohr. Mit der Folge, dass von den Ohren nun un¬terschiedliche Informationen beim Gehirn ankommen. Sie ahnen schon: Das macht Schwindel. Das führt zur Verwirrung im Gehirn und Sie ahnen auch, dieses lässt sich durch Übungen in der Regel nahezu immer ausgleichen. Eine andere Vorstellung, wodurch auf Grund der Gleichgewichtssteinchen ein Schwindel entstehen kann, ist es, dass diese Gleichgewichtssteinchen -aus welchen Gründen auch immer- verrutschen können und erneut kommt es zu unterschiedlichen Informationen im Gehirn. Diese Er¬krankung heißt benigner Lagerungsnystagmus. Das Wort benigne heißt gutartig. Das soll Ihnen sagen, die Chancen einer Übungstherapie sind exzellent, nahezu immer be¬kommt man eine Besserung hin.

Dies war also eine kurze Skizze, ein kurzer Run durch eine kleine Auswahl an Schwindelerkrankungen. Viel mehr finden Sie in den nachfolgenden Kapiteln. Vielleicht ist ja auch Ihre eigene Erkrankung darunter, so dass Sie über Ihre Erkrankung mehr erfahren.